Eine Einrichtung der Stiftung der Cellitinnen e.V.

Pflegegeld

Pflegegeld

Obgleich jeder im täglichen Leben mit den Begriffen Pflegeversicherung, Pflegegeld, Pflegegrade oder Pflegebedürftigkeit konfrontiert wird, bemerkt man bei den meisten Menschen doch eine gewisse Unsicherheit, wenn eine Pflegesituation entweder direkt als Betroffene oder indirekt als Helfende auf sie zukommt.

Wir möchten Ihnen daher an dieser Stelle einige kurze Orientierungshilfen geben. Die im Folgenden aufgeführten Definitionen und Erläuterungen erheben keinen Anspruch auf Vollständigkeit, sollten Ihnen aber eine erste Hilfe zum Verständnis geben.



Pflegebedürftigkeit

Pflegebedürftig ist, wer körperliche, kognitive, psychische oder gesundheitliche Belastungen nicht selbstständig kompensieren kann.
Die Pflegebedürftigkeit muss auf Dauer, voraussichtlich für mindestens sechs Monate, bestehen und einen der unten genannten Pflegegrade umfassen.


Pflegegrade:

Pflegegrad 1 = geringe Beeinträchtigung der Selbständigkeit
Pflegegrad 2 = erhebliche Beeinträchtigung der Selbständigkeit
Pflegegrad 3 = schwere Beeinträchtigung der Selbständigkeit
Pflegegrad 4 = schwerste Beeinträchtigung der Selbständigkeit
Pflegegrad 5 = schwerste Beeinträchtigung der Selbstständigkeit mit besonderen Anforderungen an die pflegerische Versorgung

Leistungen der Pflegeversicherung

Die Leistungen der Pflegeversicherung werden aufgeteilt in Sachleistungen und Geldleistungen. Es ist jedoch auch eine Kombination aus beiden Leistungsarten möglich, wenn die erbrachten Tätigkeiten von pflegenden Angehörigen, Freunden oder Nachbarn durch professionellen Einsatz von Pflegekräften ergänzt werden muss.

Sachleistungen

Die Pflegesätze professioneller Pflegekräfte werden übernommen und nach festgeschriebenen Leistungsmodulen abgerechnet.

Geldleistungen

Das Pflegegeld wird pflegenden Angehörigen, Freunden oder Nachbarn gezahlt, wenn diese die nötige Grundpflege und die hauswirtschaftliche Versorgung übernehmen.

Betreuungs-/ Entlastungsleistungen (Einzelbetreuungsleistungen)

Der Entlastungsbetrag ist zweckgebunden und kann deshalb nur zur Finanzierung bestimmter Leistungen verwendet werden. Zu diesen Leistungen zählen vor allem die Pflege und Betreuung durch ambulante Pflegedienste.
Den Betrag erhalten Menschen mit einer erheblich eingeschränkten Alltagskompetenz. Dieser beträgt 125 € pro Monat als Sachleistung über anerkannte Einrichtungen oder Personen.
Der Betrag ist zweckgebunden einzusetzen für qualitätsgesicherte Betreuungsleistungen und nicht für Leistungen der Grundpflege.

Verhinderungspflege

Ist die Pflegeperson wegen Krankheit, Urlaub oder aus anderen Gründen verhindert, so übernimmt die Pflegekasse die entstehenden Kosten für eine Ersatzpflegekraft.
Folgende Bestimmungen müssen beachtet werden:
Der Pflegebedürftige muss mindestens 6 Monate vor Inanspruchnahme gepflegt worden sein. Antragstellung erfolgt bei der Pflegekasse des Betroffenen. Hierbei übernimmt die Pflegekasse bis zu 6 Wochen je Kalenderjahr oder Stundenweise bis zu einem Kostenumfang von max. 1612 €. Die Ersatzpflegekraft kann dann sowohl von anerkannten Einrichtungen z.B. MARIENBORN mobil, als auch von einer privat Person übernommen werden. Darüber hinaus kann bis zu 50% des Leistungsbetrages der Kurzeitpflege (= 806 €) für die Verhinderungspflege ausgegeben werden. Dieses Geld kann aber nur als Sachleistung durch eine anerkannte Einrichtung in Anspruch genommen werden. Beantragt man die Verhinderungspflege unter 8 Stunden, entfällt das Pflegegeld nicht. Dauert die Verhinderungspflege länger als 4 Wochen entfällt das Pflegegeld. Die Sachleistungen eines Pflegedienstes werden dagegen auch für die volle Zeit der Vertretung gewährt.

 

Kurzzeitpflege

Einmal im Jahr werden die Kosten für eine Kurzzeitpflege über den Zeitraum von vier Wochen bis zu einem Betrag von 1.612 € übernommen.

Tagespflege/ Nachtpflege

Unter Tages- Nachtpflege (teilstationäre Pflege) versteht man die zeitweise Betreuung im Tagesverlauf einer Pflegeeinrichtung.
Hierbei können Pflegebedürftige noch einmal m vollem Umfang Pflegegeld in Anspruch nehmen, d.h. je nach Pflegestufe bis zu einem Umfang von 1612 €.

Sonstige Leistungen

Pflegehilfsmittel

Für Pflegeverbrauchsmaterial z.B. Einmalhandschuhe, Händedesinfektion, Einmalunterlagen wird von der zuständigen Pflegekasse ein Betrag von bis zu 40€ pro Monat gegen Rechnungsvorlage erstattet. Hierbei ist es nicht zwingend notwendig diese Artikel über eine Apotheke zu beziehen. Es ist auch möglich die Artikel in einem Drogeriemarkt oder im Einzelhandel zu erwerben.

Pflegekurse

Zur Unterstützung der Pflegepersonen und zur Verbesserung der Qualität der häuslichen Pflege bieten die Pflegekassen oder anerkannte Einrichtungen Pflegekurse an und vermitteln Vorschläge zur Verbesserung der Pflege und Betreuung.

Ambulanten medizinischen Rehabilitation

Der medizinische Dienst der Krankenkassen (MDK) stellt fest, ob und in welchem Umfang Maßnahmen zur Beseitigung, Minderung oder Verhütung einer Verschlimmerung der Pflegebedürftigkeit (einschließlich der medizinischen Rehabilitation) geeignet, notwendig und zumutbar sind. Versicherte haben einen Anspruch gegen ihre Krankenkasse (nicht gegen die Pflegekasse!) auf Leistungen zur ambulanten medizinischen Rehabilitation. Bei privat Pflegeversicherten treten - im Gegensatz zu gesetzlich Pflegeversicherten - Geldleistungen an die Stelle von Sachleistungen.

Leistungen nach Krankenhausaufenthalt

Für den Fall, dass die Behandlung einer Krankheit nach Krankenhausbehandlung im häuslichen Umfeld durch den niedergelassenen Arzt erfolgen kann, ist die Krankenkasse verpflichtet, auch pflegerische Leistungen wie Grund- und Behandlungspflege sowie die hauswirtschaftliche Versorgung zu übernehmen.
Dieser Anspruch besteht bis zu 28 Tagen.
Sollten Leistungen der Pflegekasse nicht zur Deckung der entstehenden nicht ausreichen und der Betroffene und die pflegenden Angehörigen nicht in der Lage sein, die restlichen Kosten aufzubringen, so kann beim zuständigen Sozialamt noch ein Antrag auf Übernahme der ungedeckten Pflegekosten gestellt werden.

Beratungsbesuche

Sobald eine Person Geldleistung der Pflegegrade 1 bis 3 erhält muss halbjährlich ein Beratungsbesuch durch eine Pflegeeinrichtung erbracht werden. Ab Pflegegrad 4 muss dieser vierteljährlich durchgeführt werden.

So soll die Qualität der häusliche Pflege sichergestellt werden und eine regelmäßige Hilfestellung und Beratung der häuslichen Pflege gewährleistet sein.

Die Kosten hierfür übernimmt die zuständige Pflegekasse.
 

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